
1 Vor deinen Thron tret ich hiermit,
o Gott, und dich demütig bitt:
Wend doch dein gnädig Angesicht
von mir, dem armen Sünder, nicht.
2 Du hast mich, o Gott Vater mild,
gemacht nach deinem Ebenbild;
in dir web, schweb und lebe ich,
vergehen müßt ich ohne dich.
3 Gott Sohn, du hast mich durch dein Blut
erlöset von der Höllenglut,
das schwer Gesetz für mich erfüllt,
damit des Vaters Zorn gestillt.
4 Gott Heiliger Geist, du höchste Kraft,
des Gnade in mir alles schafft,
ist etwas Guts am Leben mein,
so ist es wahrlich alles dein.
5 Drum danke ich mit Herz und Mund
dir, Gott, in dieser Morgenstund
für alle Güte, Treu und Gnad,
die meine Seel empfangen hat.
6 Und bitt, daß deine Gnadenhand
bleib über mir heut ausgespannt;
mein Amt, Gut, Ehr, Freund, Leib und Seel
in deinen Schutz ich dir befehl.
7 Hilf, daß ich werd von Herzen fromm,
damit mein ganzes Christentum
aufrichtig und rechtschaffen sei,
nicht Augenschein und Heuchelei,
8 daß ich fest in Anfechtung steh
und nicht in Trübsal untergeh,
daß ich im Herzen Trost empfind,
zuletzt mit Freuden überwind.
9 Erlaß mir meine Sündenschuld
und hab mit deinem Knecht Geduld,
zünd in mir Glauben an und Lieb,
zu jenem Leben Hoffnung gib.
10 Ein selig Ende mir bescher,
am Jüngsten Tag erweck mich, Herr,
daß ich dich schaue ewiglich.
Amen, Amen, erhöre mich.
Source: Antwort Finden in alten und neuen Liedern, in Worten zum Nachdenken und Beten: evangelisches Gesangbuch (Bayern, Mitteldeutschland, Thüringen) #662
First Line: | Vor deinen Thron tret ich hiermit |
Author: | Bodo von Hodenberg |
Source: | Sterbelied Johann Sebastian Bachs |
Language: | German |
Copyright: | Public Domain |