1 Ihr weysen weinet nicht,
Wie könnt ihr euch nicht fassen?
Verlasset euch auf Gott,
Der wird euch nicht verlassen.
Sind gleich die eltern tod,
So lebet dennoch Gott,
Dieweil Gott aber lebt,
So habt ihr keine noth.
2 Gott ist und bleibet stets
Ein Vater aller waysen,
Der will sie insgesamt
Ernehren, kleliden, speisen,
Demselden trauet nur,
Er nimmt sich eurer an,
Seht, er ist euer schutz,
Und euer helfers mann.
3 Gott ist ein reicher Gott,
Der wird euch wohl versorgen,
Er weiß ja eure noth,
Die ist ihm nicht verborgen,
Ob ihr schon wenig habt,
Ist auch der vorrath klein,
So will ins künstige
Gott der verforger seyn.
4 Habt einen guten muth,
Gott hat es ja verhiessen:
Er woll verlassene
Aus ihrer trübsal reissen.
Das wort geht euch auch an,
Ihr werdet se schon sehn,
Wie es an euch auch wird
In die erfüllung gehn.
5 Ja glaubet, bleibet fromm,
Und geht auf Gottes wegen,
Erwartet mit geduld
Den euch verheißnen segen,
Und weichet nicht von Gott,
Vertraut ihm allezeit,
So werd't ihr glücklich seyn
In zeit und ewigkeit.
First Line: | Ihr Waisen! weinet nicht |
Source: | Berliner Liederschatz |
Language: | German |
Copyright: | Public Domain |